Behandlungsdauer und -ablauf

Eine osteopathische Einheit dauert in der Regel 45 Minuten. In einer ausführlichen Befundung ergeben sich bereits über das Anamnesegespräch wichtige Hinweise, die für die Behandlung von Bedeutung sein können.
Wir wollen das Beschwerdebild möglichst komplex erfassen und dem individuellen Status Quo des Körpers anerkennend begegnen. Zusammen entwickeln wir stimmiges Behandlungsvorgehen, das Sie nachvollziehen können und das im Einklang mit den osteopathischen Grundsätzen steht. – Ziel ist es, dem Körper die Chance zu geben, aus sich selbst heraus wieder zurück in sein regulatives Gleichgewicht zu finden. In der Regel reichen ein bis drei Termine aus, um Beschwerden, die mit einer osteopathischen Ursache zusammenhängen, zu lindern und herauszufinden, ob die Osteopathie zu Ihnen passt. Grundsätzlich versteht sich die Osteopathie als Reiztherapie und nicht als Dauertherapie.


Wichtiger Hinweis: Wir, die über die Berufsverbände gelisteten, zertifizierten Osteopath:innen sind vollumfänglich ausgebildet. Als Vorbereitung auf unser Berufsleben haben wir uns einem jahrelangen und gezielten Training zur Schärfung der Palpationsfähigkeit unterzogen. – Die Hände dienen uns als feinfühlige Instrumente und Messwerkzeuge, wobei der Körper mit sanften, individuell abgestimmten Techniken untersucht und behandelt wird. Ein fundiertes Wissen um die Anatomie und Physiologie bildet für uns Osteopath:innen die Grundvoraussetzung dafür, dass wir unser Handwerk (feinste Gewebespannungen über unsere Hände aufzufinden und zu behandeln) mit dem visuellen Befund und der Anamnese in Zusammenhang setzen zu können. Es geht um diagnostische Zonen und um Ursache-Folgeketten. Aber machen wir es an dieser Stelle nicht zu theoretisch. – Sicherlich können für Sie ungewohnte Begriffe auftauchen, wenn wir versuchen, nachvollziehbar zu erklären, woran wir arbeiten. Dabei bleiben wir aber ganz bewusst in verständlicher Patientensprache. – Wir wollen weder verunsichern, noch wollen oder können wir innerhalb des Behandlungssettings einen Anatomiecrack aus Ihnen machen. Ohne Frage wissen wir Ihr Interesse für körperliche Zusammenhänge zu schätzen. Es ist uns aber unmöglich, eins zu eins zu beschreiben, wie sich die jeweiligen Gewebequalitäten unter unseren Händen genau anfühlen. Daher bitte ich Sie um Respekt, dass die Worte für die Komplexhaftigkeit manchmal begrenzt sind und um Verständnis, wenn es neben dem Austausch auch Phasen der Stille während der Behandlung gibt.

Unsere Aufgabe als Osteopath:innen ist es, Gewebespannung wahrzunehmen. – Wir nennen das Listening und es braucht seitens der Klient:innen etwas Großzügigkeit und Kapazität, dem/der Therapeut:in ein wenig Zeit zu geben, um sich einfühlen zu können. Wenn wir mal etwas stiller werden, „gehen wir nicht weg“. Im Gegenteil. Sie können sich immer sicher sein, dass wir das passende Level zwischen Stille und Austausch finden werden. Am wichtigsten ist es, mit Ihren eigenen Körperempfindungen vertrauter zu werden. Und genau dabei werde ich Sie nicht alleine lassen.

Die manuellen Reize, die Ihrem System als Angebot zur Verfügung gestellt werden, verarbeitet der Körper individuell. Daher kann ein Prozess mal kurz, mal etwas länger sein. Eine Dauerbehandlung steht aber nie im Sinne der osteopathischen Grundsätze.